Wer Fachwirt wird, wird was

Facharbeiter „machten” ihren Meister …

Über Jahre hinweg war die gewerbliche Wirtschaft den Kaufleuten um mehr als eine Nasenlänge voraus – zumindest was die Fortbildungsqualifikation betraf.
Während Facharbeitern die Möglichkeit offen stand, sich nach der Gesellenprüfung und dem Facharbeiterbrief (und natürlich entsprechender beruflicher Praxis) für betriebliche Führungsaufgaben als Handwerks- oder Industriemeister zu qualifizieren, hatten aufstrebende Kaufleute das Nachsehen.
Ihnen fehlte es an entsprechenden Möglichkeiten, die – wie der Meisterbrief – übergreifend in allen Bereichen der Wirtschaft volle Anerkennung fanden. Auch das Fachwirt Gehalt konnte die Attraktivität dieses Berufes lange nicht steigern.

… und Kaufleute ?

Überwiegend waren die Weiterbildungsmöglichkeiten der Kaufleute lediglich funktionsorientiert, z.B. zum Bilanzbuchhalter. Hinzu kam ein weiteres Handikap: Die Abschlusszertifikate – zugeschnitten nur auf den jeweiligen Fortbildungsträger wurden sie von keiner übergeordneten „zuständigen Institution” anerkannt.
Eine Alternative bot zwar noch ein Fachhochschul- oder Hochschulstudium. Allerdings setzte dies voraus, ggf. weiterführende allgemeinbildende Abschlüsse (Realschule, Abitur) nachzuholen und dann folgte eine relativ lange Studiendauer. Diese Weiterbildungsmöglichkeiten waren also keine Option, da man sich hierfür aus dem beruflichen Arbeitsprozess verabschieden musste, ein Ding der Unmöglichkeit. Hinzu kam die vielfach auftretende Unsicherheit bei den Fortbildungswilligen, wie sie wieder in die Arbeitswelt eingegliedert werden würden.

Und dann kam der Fachwirt

Dass hier einiges im Argen lag, wurde Anfang der 70er Jahre auch von Arbeitnehmer und Arbeitgeberorganisationen erkannt. Es galt, Weiterbildung in Hannover zu etablieren und dringend benötigte Mitarbeiter auszubilden, die – über ihre funktionsspezifischen Kenntnisse hinaus – branchenspezifische Betriebsabläufe in ihrem Gesamtzusammenhang zu erkennen und zu beurteilen.
Diverse Konzepte wurden vorgestellt und nach langwierigen Verhandlungen einigten sich die beteiligten Verbände und Institutionen auf ein gemeinsames Konzept.
Unter Federführung des DIHT wurde die „Fortbildung zum Fachwirt” propagiert. Auch das Fachwirt Gehalt sollte einen zusätzlichen Anreiz gegenüber Kaufleuten sein.
Damit erhielten endlich auch die Kaufleute die Möglichkeit, sich auf der Basis ihrer praktischen Berufserfahrung mit einer bundesweit anerkannten Fortbildung für Leitungs- und Führungsaufgaben der mittleren Ebene zu qualifizieren.

Fachwirt Gehalt heute – da geht noch mehr

Wer heute seinem Fachwirt mit IHK Abschlussprüfung vor der Industrie und Handelskammer Hannover „in der Tasche hat”, der besitzt – quasi ganz nebenbei – außerdem auch die Allgemeine Fachhochschulreife. Und damit steht ihm auch die Möglichkeit offen zu studieren. Das Fachwirt Gehalt ist in der Regel auch entsprechend höher anzusiedeln.

Unter bestimmten Voraussetzungen ist übrigens auch ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung ein Studium an einer Universität möglich. Vorausgesetzt werden je nach Bundesland verschiedene berufliche Qualifikationen. Der so genannte Dritte Bildungsweg knüpft in der Regel an die vorangegangene berufliche Qualifikation an, sodass die Studienberechtigung meist auf einen bestimmten Studiengang bezogen ist.

Details finden Sie in der Broschüre „Nachholen schulischer Abschlüsse und Studieren ohne Abitur”, die Sie hier herunterladen können.

Und ein weiterer interessanter Aspekt:

Potentiellen Ausbildern wird der schriftliche Teil der Ausbilderprüfung nach der Ausbildereignungsverordnung (AEVO) bei bestandener Prüfung zum Fachwirt erlassen.

Deshalb hat Trainergie ein Angebot entwickelt, um ergänzend zum „Fachwirt” auch die Ausbildereignungsprüfung nach der AEVO erfolgreich zu bestehen. Details nennen wir Ihnen gern.